Neue Regelungen für Duftstoffe: Mehr Transparenz bei Allergenen in deinem Lieblingsparfüm

Anja Schmidt

Neue Regelungen für Duftstoffe: Mehr Transparenz bei Allergenen in deinem Lieblingsparfüm

Lesezeit 2 Minuten

Große Neuigkeiten für alle, die Düfte lieben und Wert auf Inhaltsstoffe legen: Die Kennzeichnungspflicht für allergieauslösende Duftstoffe in Kosmetika ändert sich grundlegend. Seit Kurzem sind deutlich mehr dieser Stoffe auf den Etiketten von Cremes, Shampoos und natürlich auch Parfums deklariert werden. Das bringt mehr Sicherheit für deine Haut, stellt die Branche aber auch vor Herausforderungen.

Warum ändert sich die Deklaration von Duftstoffen?

Du kennst das: Auf vielen Produkten steht nur das Wort „Parfum“ oder „Fragrance“, und dahinter können sich bis zu 200 verschiedene Komponenten verbergen. Die Kosmetikindustrie nutzt sogar bis zu 3000 verschiedene Duftstoffe! Bisher mussten nur 24 besonders bekannte allergene Duftstoffe einzeln aufgeführt werden. Die Europäische Kommission schätzt, dass aber zwischen 1 und 9 Prozent der EU-Bevölkerung auf solche Stoffe reagieren können. Juckreiz, Rötungen oder Hautentzündungen sind die unangenehmen Folgen einer Kontaktallergie, die leider nicht heilbar ist. Weil die alten Regelungen zu wenig Schutz boten, reagieren die Behörden jetzt und erweitern die Liste der kennzeichnungspflichtigen Stoffe um weitere 56 potenziell allergene Substanzen. Damit wird die Liste der zu deklarierenden Allergene deutlich länger und die Informationen auf deinem Parfum oder deiner Körperlotion werden transparenter.

Was bedeutet das für deine Kaufentscheidung?

Für dich als bewusste Konsumentin oder bewussten Konsumenten ist das erstmal eine gute Nachricht. Du siehst nun genauer, was in deinem Lieblingsduft steckt. Wenn du bereits weißt, dass du auf bestimmte Duftstoffe reagierst, kannst du gezielter prüfen. Stell dir vor, du suchst nach einem hypoallergenen Eau de Toilette – jetzt wird die Suche einfacher, wenn die Inhaltsstoffe klar benannt sind. Das schafft Vertrauen in die Marken.

Allerdings gibt es eine Übergangsfrist, die du beachten solltest, wenn du im Laden einkaufst:

  • Produkte nach alter Deklaration dürfen noch bis zum 31. Juli 2026 in Verkehr gebracht werden.
  • Der Verkauf dieser Altbestände ist sogar bis zum 31. Juli 2028 erlaubt.

In dieser Zeit musst du also genau hinschauen, ob die neue, detailliertere Kennzeichnung schon auf der Verpackung steht. Wenn du extrem empfindlich bist und keine genaue Diagnose für jeden einzelnen Duftstoff hast, bleibt dir in der Übergangszeit oft nur, alle Produkte mit unbekannten Duftstoffen zu meiden, wenn du auf Nummer sicher gehen willst. Das macht die Suche nach einer verträglichen Parfümalternative mit wenigen Inhaltsstoffen nicht immer leicht.

Der Trend zu natürlichen Duftstoffen

Diese neuen Transparenzvorgaben verstärken auch den Trend zu Nischenparfums mit natürlichen Inhaltsstoffen. Viele Menschen suchen nach ätherischen Ölen im Parfum, weil sie diese oft als hautfreundlicher empfinden. Natürliche Düfte, gewonnen aus Blüten oder Hölzern, bieten eine komplexe und oft als authentischer erlebte Duftkomposition. Während synthetische Stoffe Kostenvorteile bieten, setzen immer mehr Labels auf die Komplexität und vermeintliche Sanftheit der Natur. Auch wenn natürliche Duftstoffe nicht automatisch frei von Allergenen sind, spricht der Wunsch vieler Konsumenten für mehr Natürlichkeit im Duftregal.

Häufig gestellte Fragen

Welche Duftstoffe sind jetzt neu kennzeichnungspflichtig? Bisher 24, nun sind es zusätzlich 56 Duftstoffe, die ein allergieauslösendes Potenzial besitzen und deklariert werden müssen.

Wie lange habe ich Zeit, neue Produkte zu kaufen, die noch nicht gekennzeichnet sind? Produkte nach alter Regelung dürfen noch bis Mitte 2026 verkauft und bis Mitte 2028 abverkauft werden.

Gelten die neuen Regeln auch für Duschgel und Shampoo? Ja, die Pflicht gilt für Kosmetika. Bei abwaschbaren Produkten greift die Kennzeichnungspflicht ab einer Konzentration von 0,01 Prozent des Duftstoffs.

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